SeenSucht
Wasserorte für die Stadt von Morgen

SeenSucht ist ein vernetztes Stadtsystem, das Regenwasser in der Stadt hält.
Es verbindet Klima­anpassung, Wasser­management und urbane Aufenthaltsorte zu lebendigen Wasser­plätzen.

Signet Box Preis - 2. Platz für Can Murat und David Auch
Seehrosenteich am Marienplatz in Stuttgart

1. SeenSucht – die Idee

Ein wasserbasiertes Stadtsystem zur Klimaanpassung, Regenwassernutzung und sozialen Aktivierung urbaner Räume. Statt Wasser schnell abzuleiten, wird es sichtbar, nutzbar und zum zentralen Gestaltungselement des öffentlichen Raums. Wasserorte für die Stadt von Morgen

Drei Aufgaben – eine Lösung

Klimawandel I Soziales I Wassermanagement

Starkregen, Hitze und Trockenperioden nehmen zu.
Dennoch wird Regenwasser in heutigen Städten meist nicht genutzt, sondern direkt über die Kanalisation abgeführt.

Wasser wird dabei weniger als Ressource, sondern vor allem als Problem behandelt.

Doch wie kann eine Stadt mit Wasser umgehen, ohne abgeschottete Klimagärten oder ressourcenintensive Wasserparks zu schaffen?

Klimawandel I Soziales I Wassermanagement

SeenSucht versteht diese Herausforderungen nicht getrennt, sondern als zusammenhängendes System:
Dort, wo Hitzeinseln entstehen, treten häufig auch Überflutungen auf – bedingt durch Versiegelung, Topografie und bestehende Infrastrukturen.

Im Fall von Stuttgart zeigt sich das besonders deutlich im Nesenbachtal.

Das Prinzip – Wasser in der Stadt halten

Regenwasser wird aufgefangen, natürlich gereinigt und zur Stadtoase umgewandelt.

Plätze fungieren als dezentrale Speicher und Nutzungsorte.

Es geht nicht darum, Raum zu entziehen, sondern ihn unter neuen klimatischen Bedingungen weiterzuentwickeln.

Die Stadt als vernetztes Wassersystem

Ausgangspunkt ist der Nesenbach – ein ehemaliger Stadtfluss, der heute als Hauptsammler Teil der Mischkanalisation ist.

Entlang dieser bestehenden Infrastruktur werden ausgewählte öffentliche Plätze in wasserbasierte Stadträume transformiert, darunter:

Südheimer Platz I Erwin- SchöttlePlart I Marienplatz I Österreichischer Platz I Karlsplatz

Diese Orte werden als miteinander verbundene Knotenpunkte gedacht:
Jeder Platz kann Wasser aufnehmen, speichern und nutzen – gleichzeitig sind alle über das bestehende System miteinander vernetzt.

So entsteht ein dezentrales, aber zusammenhängendes Stadtsystem.

Topografie als Infrastruktur

PLAN STUTTGART

Die Topografie wird gezielt genutzt, um den Wasserfluss zu steuern.

Über Höhenunterschiede kann Wasser mit minimalem Energieeinsatz von außerhalb der Stadt in Richtung Zentrum geführt werden.
Größere Speicher entstehen in den höher gelegenen Bereichen, kleinere Speicher und Nutzungsräume in der Innenstadt.

Auch innerhalb der Plätze wird Wasser sichtbar geführt:
Regenwasser wird über Dachflächen gesammelt und ohne Pumpleistung durch das Prinzip der kommunizierenden Röhren oberirdische Speicher geleitet.

Starkregen und Hochwasserschutz

Durch Wetterprognosen und KI-gestützte Steuerung werden Speicher und Plätze vor Starkregenereignissen gezielt entleert. So entsteht Retentionsraum der Starkregen aufnimmt und die Kanalisation entlastet. Das Wasser bleibt im System und steht später wieder Nutzern zur Verfügung.

Blau- Grüne Stadträume

SeenSucht schafft eine blau-grüne Infrastruktur, in der Regenwasser über Nass- und Trockenfilter natürlich gereinigt wird.

So entsteht sauberes Wasser, das in den Speicherbereichen gehalten und zugleich als öffentlich zugänglicher Bade- und Aufenthaltsraum genutzt werden kann.
Die integrierte Begrünung im und am Wasser trägt zusätzlich zur Abkühlung und Verschattung bei und verbessert das Mikroklima im Stadtraum.

3. Der Platz als Wasserspeicher und Stadtoase

Es werden ausschließlich bereits versiegelte Flächen transformiert Jeder veränderte Raum wird an anderer Stelle ersetzt

Wasser wird nicht versteckt – Wasser wird erlebt. Badeseen und Stadtoasen entstehen dort, wo man sie braucht. Für die Menschen. Für das Klima.

Schichtenpläne – Analyse und Reaktion

Marienplatz

Marienplatzbunker

Der Wasserturm

Übertrag­barkeit und Ausblick

SeenSucht ist als übertragbares, modulares System konzipiert. Das Prinzip kann auf unter­schiedliche städtische Maßstäbe, Klimazonen und Infra­strukturen angepasst werden – vom einzelnen Platz bis zur stadtweiten Wasserstrategie. Als Pilot­projekt, Transformations­baustein oder langfristige Vision bietet SeenSucht einen neuen Umgang mit Wasser als gestaltendem, sozialem und klimawirksamem Element der Stadt.

Veranstaltungen


Im Rahmen der Kirschblütentalks des Architekturbüros auch + binder fand die Projektvorstellung im Sommer 2025 in einem grünen, von den Weinbergen Weinstadts geprägten Umfeld statt.


34. Bayerischer Ingenieuretag

Seensucht auf dem 34. Bayerischen Ingenieuretag

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